Panorama Scholarly Group / Redaktionsstandards
Redaktionsstandards
Ein gemeinsamer Rahmen für die Auswahl, Begutachtung, Veröffentlichung und Pflege vertrauenswürdiger wissenschaftlicher Arbeiten.
Zweck und Geltungsbereich
Die Panorama Scholarly Group veröffentlicht Forschung in Zeitschriften, Büchern und verwandten wissenschaftlichen Werken. Dieser Standard legt gemeinsame Erwartungen an redaktionelle Entscheidungen, Peer Review, Herstellung und die Betreuung der wissenschaftlichen Dokumentation nach der Veröffentlichung fest.
Er gilt für Autorinnen und Autoren, Redaktionen, Gutachtende, Beiratsmitglieder, Produktionsteams und Verlagsmitarbeitende. Eine Zeitschrift oder ein Imprint kann für das eigene Fachgebiet oder Format zusätzliche Anforderungen festlegen; diese sind zusammen mit dem gruppenweiten Standard zu lesen.
Redaktionelle Grundsätze
Unsere redaktionelle Arbeit beruht auf vier Verpflichtungen. Sie gelten für Forschungsartikel, Rezensionen, Buchvorschläge, Sammelwerke und andere wissenschaftliche Beiträge.
Redaktionelle Unabhängigkeit
Redaktionelle Entscheidungen beruhen auf wissenschaftlichem Wert, Relevanz, Integrität und der erklärten fachlichen Ausrichtung der Publikation. Kommerzielle oder persönliche Interessen sind für die Annahme nicht ausschlaggebend.
Faire und respektvolle Bewertung
Einreichungen werden einheitlich und ohne Diskriminierung bewertet. Von Autorinnen und Autoren, Gutachtenden, Redaktionen und Mitarbeitenden wird während des gesamten Verfahrens eine professionelle Kommunikation erwartet.
Transparenz
Wir erläutern unsere redaktionellen Verfahren, benennen relevante Beziehungen, halten Metadaten korrekt und machen wesentliche Änderungen der wissenschaftlichen Dokumentation für die Leserschaft sichtbar.
Rechenschaft
Entscheidungen und Bedenken werden nach dokumentierten Verfahren behandelt. Muss die veröffentlichte wissenschaftliche Dokumentation korrigiert werden, handeln wir zeitnah und bewahren eine klare Versionsgeschichte.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Wissenschaftliches Publizieren ist ein gemeinsamer Prozess. Jede beteiligte Person trägt eine eigene Verantwortung für die Zuverlässigkeit, Fairness und Verständlichkeit der an die Leserschaft gelangenden Arbeit.
Autorinnen und Autoren
Arbeiten korrekt darstellen, wesentliche Beiträge anerkennen, Methoden und Grenzen berichten, Finanzierung und relevante Interessen offenlegen, erforderliche Genehmigungen einholen und wesentliche Fehler nach der Veröffentlichung korrigieren.
Redaktionen
Kriterien von Zeitschrift oder Imprint einheitlich anwenden, Vertraulichkeit schützen, Interessenkonflikte bearbeiten, geeignete Gutachtende bestimmen, Entscheidungen erklären und redaktionelle Unabhängigkeit sichern.
Gutachtende
Begutachtungen nur bei ausreichender Qualifikation und Verfügbarkeit annehmen, Interessenkonflikte offenlegen, Manuskripte vertraulich behandeln, Belege fair bewerten und konstruktive Hinweise geben, die eine fundierte Entscheidung unterstützen.
Verlag
Zuverlässige Einreichungs- und Produktionssysteme bereitstellen, Redaktionen und Gutachtende unterstützen, die Version of Record bewahren, vollständige Metadaten pflegen und glaubhafte Integritätsbedenken bearbeiten.
Peer Review
Jede Publikation beschreibt ihr Begutachtungsmodell und den Entscheidungsweg. Redaktionen wählen Gutachtende mit geeigneter Fachkompetenz und, soweit möglich, mit ausreichender Unabhängigkeit von der Arbeit und ihren Autorinnen und Autoren aus.
- Gutachtende beurteilen die Arbeit anhand der erklärten fachlichen Ausrichtung und der Kriterien der Publikation sowie der jeweiligen Artikel- oder Buchart.
- Manuskripte und Gutachten bleiben vertraulich, sofern kein offenes Begutachtungsverfahren angekündigt wurde.
- Kommentare sollen die Arbeit und ihre Belege betreffen, nicht Identität, Institution, Nationalität oder persönliche Umstände der Autorinnen und Autoren.
- Redaktionen berücksichtigen die gesamte Aktenlage und sind nicht verpflichtet, der Empfehlung einer Gutachterin oder eines Gutachters zu folgen.
- Autorinnen und Autoren erhalten eine Entscheidung, aus der die wesentlichen Gründe klar hervorgehen.
Eine positive Entscheidung bedeutet, dass die Arbeit zum Zeitpunkt der Prüfung die Anforderungen der Publikation erfüllte. Sie bedeutet nicht, dass Verlag oder Redaktion jede Aussage der Arbeit billigen.
Forschungsintegrität
Autorinnen und Autoren müssen ihre Arbeit wahrheitsgemäß und so ausführlich darstellen, dass die Herleitung der Schlussfolgerungen nachvollziehbar ist. Je nach Gegenstand und Methode umfasst dies genaue Angaben zu Daten, Materialien, Methoden, Analysen, Einschränkungen, Finanzierung, Genehmigungen und dem Schutz von Teilnehmenden.
Panorama duldet weder die Erfindung oder Fälschung von Daten noch Plagiate, Doppel- oder redundante Veröffentlichungen, manipulierte Abbildungen, Manipulationen des Peer-Review-Verfahrens oder das Verschweigen wesentlicher Interessenkonflikte. Hinweise werden nach geeigneten redaktionellen und integritätsbezogenen Verfahren geprüft; Vertraulichkeit und ein faires Verfahren werden so weit wie möglich gewahrt.
Für Vorwürfe, Beschwerden, Fehlverhalten und Verfahren zur Publikationsethik siehe die Richtlinie zur Publikationsethik.
Transparenz und Offenlegung
Leserinnen und Leser sollen erkennen können, welche Personen, Ressourcen, Methoden und Entscheidungen eine veröffentlichte Arbeit wesentlich geprägt haben. Autorinnen, Autoren und Mitwirkende müssen daher, soweit relevant, vollständige und zutreffende Angaben machen.
Beiträge und Autorenschaft
Autorenschaft sollte einen wesentlichen intellektuellen Beitrag und Verantwortung für die Arbeit widerspiegeln. Andere bedeutende Beiträge werden nach der Beitragsangabe der Publikation anerkannt oder beschrieben.
Finanzierung und Interessen
Finanzierungsquellen, Beteiligung von Sponsoren, finanzielle Interessen, berufliche Beziehungen und andere relevante Interessen sind in der von der Publikation verlangten Form offenzulegen.
Daten und Materialien
Daten, Code, Materialien, Registrierungen und Zugangsbeschränkungen sind korrekt zu beschreiben. Ist eine Weitergabe nicht möglich, sind die ethischen, rechtlichen oder praktischen Gründe zu erläutern.
Automatisierte und generative Werkzeuge
Autorinnen und Autoren bleiben für Genauigkeit, Originalität, Vertraulichkeit und Integrität ihrer Einreichung verantwortlich. Eine wesentliche Nutzung automatisierter Werkzeuge ist, soweit verlangt, offenzulegen; solche Werkzeuge können keine Verantwortung als Autorin oder Autor übernehmen.
Die wissenschaftliche Dokumentation
Mit der Veröffentlichung beginnt das Leben einer Arbeit in der wissenschaftlichen Dokumentation. Wir bewahren die Version of Record, erhalten korrekte Identifikatoren und Metadaten und machen wesentliche Änderungen sichtbar, statt die ursprüngliche Veröffentlichung stillschweigend zu ersetzen.
- Geringfügige Fehler können nach dem Korrekturverfahren der Publikation berichtigt werden.
- Wesentliche Änderungen erhalten eine eigene Korrektur-, Aktualisierungs- oder Rücknahmemitteilung bzw. Bedenkenbekundung, die mit der betroffenen Arbeit verknüpft ist.
- Rücknahmen werden eindeutig gekennzeichnet und mit der ursprünglichen Veröffentlichung verknüpft; eine zurückgenommene Arbeit wird nicht als gewöhnliche aktuelle Publikation dargestellt.
- Relevante DOI- und Suchmetadaten werden aktualisiert, damit der Status der Arbeit in ihrer wissenschaftlichen Dokumentation mitgeführt wird.
Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Leser sowie Gutachtende können vermutete Fehler oder Integritätsbedenken der zuständigen Zeitschrift oder dem Imprint melden. Meldungen werden sachlich geprüft und können zu einer Korrektur, Klarstellung, Untersuchung oder anderen geeigneten Maßnahme führen.
Einsprüche und Bedenken
Autorinnen und Autoren können eine redaktionelle Entscheidung anfechten, wenn sie einen wesentlichen Verfahrensfehler, ein erhebliches Missverständnis der Arbeit oder einen Verstoß gegen die einschlägige Richtlinie darlegen können. Eine Beschwerde muss sich mit der Entscheidung befassen und darf nicht lediglich die ursprüngliche Einreichung wiederholen.
Beschwerden werden von der zuständigen Redaktion oder einer hierfür benannten unabhängigen Redaktion geprüft. Ohne neue wesentliche Informationen kann eine erneute Prüfung abgelehnt werden. Das Ergebnis ist für diese Einreichung in der Regel endgültig.
Beschwerden über redaktionelles Verhalten, Peer Review, Autorenschaft oder den Umgang mit einer veröffentlichten Arbeit sind an die zuständige Redaktion zu richten. Das Verlagsteam kann eine Anfrage weiterleiten, wenn die richtige Zeitschrift nicht feststeht.